Privat verkaufen im Internet: So funktioniert der Verkauf von privat an privat

Die Winterjacke, die nicht mehr passt, der Stapel gelesener Krimis, das Spielzeug vom letzten Jahr: Fast jede:r hat Dinge, die bei jemand anderem besser aufgehoben wären. Online findest du dafür Käufer:innen in ganz Deutschland. Hier steht, wie ein Verkauf von privat an privat abläuft, was er kostet, was rechtlich gilt und woran du eine gute Plattform erkennst.
Kurz gesagt
- C2C heißt „Consumer to Consumer“: Privatleute verkaufen an Privatleute, die Plattform vermittelt nur.
- Der Ablauf: Fotos, Anzeige, Fragen beantworten, Zahlung, Versand oder Abholung, Bestätigung, Auszahlung.
- Kosten: Meist keine Einstellgebühr, dafür eine Provision beim Verkauf. Den Versand zahlt in der Regel die kaufende Person.
- Recht: Kein Widerrufsrecht unter Privatleuten, die Gewährleistung lässt sich ausschließen, Alltagsgegenstände sind steuerfrei.
- Sicherheit: Zahlung und Kommunikation auf der Plattform lassen – das schützt vor den meisten Betrugsmaschen.
Was heißt C2C?
Direkte Antwort: C2C steht für „Consumer to Consumer“, also den Handel zwischen Privatpersonen. Der Kaufvertrag kommt direkt zwischen dir und der kaufenden Person zustande. Eine Plattform stellt nur die Technik bereit: Anzeigen, Nachrichten, Zahlung, oft auch den Versand.
| Kürzel | Wer verkauft an wen? | Beispiel |
|---|---|---|
| B2C | Unternehmen an Privatperson | Du kaufst im Online-Shop einer Modekette |
| B2B | Unternehmen an Unternehmen | Ein Café kauft Kaffeebohnen beim Großhandel |
| C2C | Privatperson an Privatperson | Du verkaufst deine Jacke an jemanden in Hamburg |
Der Unterschied ist nicht nur Theorie. Beim Kauf von einem Unternehmen gelten Verbraucherschutzregeln wie das 14-tägige Widerrufsrecht. Beim Kauf von privat gelten sie nicht – mehr dazu unter Was rechtlich gilt.
So läuft ein Online-Verkauf von privat an privat ab
- Aussortieren. Was ist gut erhalten, vollständig und gefragt? Das stellst du online ein.
- Fotos machen. Bei Tageslicht, vor ruhigem Hintergrund, mit Detailfotos von Etikett und Mängeln.
- Anzeige schreiben. Titel mit Marke, Art und Größe, ehrliche Beschreibung, fairer Preis.
- Fragen beantworten. Interessent:innen schreiben dir oder machen einen Preisvorschlag.
- Kauf und Zahlung. Die kaufende Person bezahlt – am sichersten über die Plattform.
- Versand oder Übergabe. Du verpackst den Artikel und schickst ihn los oder übergibst ihn persönlich.
- Bestätigung. Ist alles angekommen, bestätigt die kaufende Person den Erhalt, oder der Kauf schließt nach einer Frist automatisch ab.
- Auszahlung und Bewertung. Das Geld geht auf dein Konto, und ihr bewertet euch gegenseitig.
Artikel und Anzeige vorbereiten
Direkte Antwort: Gute Fotos und eine ehrliche, vollständige Beschreibung verkaufen schneller als ein niedriger Preis. Wer Mängel offen zeigt, vermeidet später Streit.
- Waschen, bügeln, prüfen. Saubere Kleidung, vollständige Spiele und funktionierende Geräte verkaufen sich besser.
- Fünf bis acht Fotos. Vorderseite, Rückseite, Etikett, Details, Mängel. Tageslicht ist besser als Blitz.
- Ein Titel, nach dem jemand sucht. Marke, Art, Farbe und Größe – nicht „Schöne Jacke“.
- Ehrlich beschreiben. Zustand, Maße, Material und jeden bekannten Mangel. Was du schreibst, gilt als vereinbart.
- Preis recherchieren. Schau, was vergleichbare Artikel kosten, und plane einen kleinen Verhandlungsspielraum ein.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Preisfaustregeln findest du in Gebrauchte Kleidung verkaufen.
Bezahlen: die Wege im Vergleich
Direkte Antwort: Am sichersten für beide Seiten ist die Zahlung über die Plattform. Das Geld geht dann erst an die verkaufende Person, wenn der Kauf abgeschlossen ist, und niemand muss Kontodaten herausgeben.
| Zahlungsweg | So funktioniert es | Für dich als Verkäufer:in | Für die kaufende Person |
|---|---|---|---|
| Über die Plattform | Bezahlung im Checkout, Auszahlung nach Abschluss | Keine Kontodaten nötig, Zahlung ist sicher | Oft mit Käuferschutz |
| Überweisung vorab | Die kaufende Person überweist auf dein Konto | Du gibst deine Bankdaten heraus; versende erst nach Geldeingang | Kein Schutz, wenn nichts ankommt |
| Bar bei Abholung | Geld gegen Ware, persönlich | Kein Versand, keine Gebühr | Artikel vorher ansehen |
| „Privat“ über einen Zahlungsdienst | Zahlung als private Geldsendung | Schnell | In der Regel kein Käuferschutz – Vorsicht, wenn jemand ausdrücklich darauf besteht |
Was kostet privat verkaufen?
Direkte Antwort: Die meisten Plattformen verlangen fürs Einstellen nichts und verdienen an einer Provision, wenn du verkaufst. Den Versand zahlt meist die kaufende Person, manchmal kommt für sie eine Käuferschutz-Gebühr hinzu. Schau dir an, was am Ende bei dir ankommt.
| Kostenart | Was es ist | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Einstellgebühr | Gebühr pro Anzeige | Bei vielen Plattformen kostenlos |
| Verkaufsprovision | Prozent vom Verkaufspreis, oft mit Mindestbetrag | Wie viel bleibt bei kleinen Preisen übrig? |
| Käuferschutz | Zahlt meist die kaufende Person | Pflicht oder wählbar? |
| Versand | Paketpreis des Versanddienstleisters, eventuell mit Servicegebühr | Wer zahlt? Gibt es das Etikett direkt in der App? |
| Auszahlung | Überweisung deines Guthabens aufs Konto | Kostenlos? Wann kommt das Geld? |
| Hervorhebung | Bezahlte Extra-Sichtbarkeit für eine Anzeige | Immer freiwillig |
Rechne bei kleinen Preisen genau: Eine Mindestprovision von wenigen Cent fällt bei einem Buch für 3 € stärker ins Gewicht als bei einer Jacke für 40 €. Wie das bei uns aussieht, kannst du direkt hier ausrechnen:
Versand oder Abholung
Direkte Antwort: Versand bringt dir Käufer:innen aus ganz Deutschland, Abholung spart Porto und Verpackung. Viele bieten beides an.
- Versand: Gut verpacken, mit Sendungsverfolgung verschicken, den Einlieferungsbeleg aufheben. Bei einem Verkauf zwischen Privatleuten trägt die kaufende Person das Versandrisiko ab der Übergabe an den Versanddienstleister (§ 447 BGB). Plattformen regeln Versandschäden oft zusätzlich selbst.
- Abholung: An einem öffentlichen Ort oder mit einer zweiten Person treffen, Ware gegen Geld, die Übergabe in der App bestätigen.
Welche Paketdienste für Privatverkäufer:innen am günstigsten sind, vergleicht unser Versand-Ratgeber. Wann sich Abholung lohnt, steht in Versand oder lokale Übergabe?.
Was rechtlich gilt, wenn du privat online verkaufst
Kein Widerrufsrecht. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt nur beim Kauf von einem Unternehmen (§§ 312, 312g BGB). Zwischen Privatleuten gibt es kein Recht, einen Artikel ohne Grund zurückzuschicken.
Gewährleistung. Auch als Privatperson haftest du grundsätzlich zwei Jahre für Mängel, die der Artikel beim Verkauf schon hatte. Du darfst das aber in der Anzeige ausschließen – wie, steht in Privatverkauf ohne Gewährleistung, inklusive Mustertext.
Privat oder gewerblich? Wer nur eigene Sachen verkauft, handelt privat. Gewerblich handelt, wer planmäßig Ware einkauft, um sie weiterzuverkaufen (§ 14 BGB). Dann gelten strengere Regeln wie Widerrufsrecht und Impressumspflicht.
Steuern. Für Gegenstände des täglichen Gebrauchs – Kleidung, Bücher, Spielzeug – fällt keine Einkommensteuer an (§ 23 EStG). Plattformen müssen Verkäufer:innen ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr dem Bundeszentralamt für Steuern melden, das heißt aber nicht automatisch, dass Steuern fällig werden. Die Details stehen in PStTG einfach erklärt.
Sicher verkaufen: fünf Regeln
- Kommunikation und Zahlung auf der Plattform lassen – nicht in andere Messenger wechseln
- Keine Links anklicken, die angeblich eine Zahlung freigeben, und keine Codes weitergeben
- Nur an die Adresse aus der Bestellung verschicken, nie an eine, die jemand nachträglich nennt
- Mit Sendungsverfolgung versenden und den Beleg aufheben
- Bei Abholung: Bargeld prüfen und den Artikel erst nach der Zahlung übergeben
Die zehn häufigsten Maschen und wie du sie erkennst, erklärt Online sicher verkaufen.
Woran du eine gute Plattform erkennst
Direkte Antwort: Eine gute Plattform passt zu deinen Artikeln, zeigt alle Kosten vorab, wickelt die Zahlung selbst ab und ist erreichbar, wenn etwas schiefgeht. Diese Fragen helfen beim Vergleich:
- Passt die Plattform zu dem, was du verkaufst – Mode, Bücher, Sammelsachen?
- Sind alle Kosten vorher klar, für dich und für die kaufende Person?
- Läuft die Zahlung über die Plattform, und wann wird ausgezahlt?
- Gibt es Käuferschutz, und ist er Pflicht oder wählbar?
- Kannst du das Versandetikett direkt erstellen?
- Gibt es ein Impressum mit Anschrift und einen erreichbaren Support?
- Wie geht die Plattform mit Betrug und Fälschungen um?
- Gibt es eine App, wenn du lieber am Handy verkaufst?
So funktioniert es auf Vesty
Vesty ist ein Marktplatz aus Düsseldorf, auf dem Privatleute in ganz Deutschland Kleidung, Kindersachen, Bücher und Sammelstücke verkaufen – im Browser und in der App. Der Kaufvertrag kommt zwischen dir und der kaufenden Person zustande, Vesty stellt die Plattform, die Zahlungsabwicklung und die Versandetiketten.
- Einstellen kostet nichts. Eine Provision fällt erst an, wenn du verkaufst.
- Zahlung über den Checkout. Beim Kauf wird der Betrag reserviert und erst beim Versand abgebucht. Ausgezahlt wird, sobald der Kauf abgeschlossen ist.
- Versandetikett per E-Mail. Nach der Zahlung kommt das Etikett für den Versanddienst, den die kaufende Person gewählt hat. Die Sendung lässt sich verfolgen.
- Käuferschutz zum Dazubuchen. Die kaufende Person entscheidet bei jedem Kauf selbst.
- Mehrere Artikel, ein Paket. Käufer:innen können mehrere Teile von dir zusammen kaufen – mit einer Zahlung und einem Versand.
FAQ – häufige Fragen zum privaten Verkaufen im Internet
Was bedeutet C2C?
C2C steht für „Consumer to Consumer“: Privatpersonen verkaufen an Privatpersonen. Eine Online-Plattform vermittelt dabei nur, der Kaufvertrag kommt zwischen den beiden zustande.
Brauche ich ein Gewerbe, wenn ich privat online verkaufe?
Nein, solange du eigene Sachen verkaufst, die du nicht zum Weiterverkauf gekauft hast. Wer planmäßig Ware einkauft und weiterverkauft, handelt gewerblich.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich gebrauchte Sachen verkaufe?
Für Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Kleidung, Bücher oder Spielzeug nicht. Bei Wertgegenständen, die du innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkaufst, kann Steuer anfallen, wenn die Gewinne im Jahr zusammen 1.000 € oder mehr erreichen.
Ab wann meldet mich eine Plattform ans Finanzamt?
Ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Kalenderjahr auf derselben Plattform meldet sie deine Daten an das Bundeszentralamt für Steuern. Eine Meldung bedeutet nicht automatisch, dass du Steuern zahlen musst.
Gibt es beim Kauf von privat ein Widerrufsrecht?
Nein. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt nur beim Kauf von einem Unternehmen. Zwischen Privatleuten ist eine Rückgabe nur freiwillig oder bei einem Mangel möglich.
Welche Zahlungsart ist beim Privatverkauf am sichersten?
Die Zahlung über die Plattform: Das Geld geht erst nach Abschluss an die verkaufende Person, und niemand muss Kontodaten herausgeben. Bei Abholung ist Barzahlung gegen Ware ebenfalls sicher.
Wer zahlt den Versand?
In der Regel die kaufende Person. Manche Plattformen erlauben, dass du den Versand ganz oder teilweise übernimmst, um schneller zu verkaufen.
Wie verkaufe ich schneller?
Mit guten Fotos bei Tageslicht, einem Titel mit Marke, Art und Größe, einer ehrlichen Beschreibung und einem Preis, der zu vergleichbaren Angeboten passt.
Quellen (abgerufen am 30.10.2026)
- Bitkom, Presseinformation vom 14.01.2021: „7 von 10 Bundesbürgern verkaufen Gebrauchtes im Netz“ (repräsentative Umfrage, 1.002 Personen ab 16 Jahren, November/Dezember 2020)
- Bürgerliches Gesetzbuch: § 14, § 312, § 312g, § 447
- Einkommensteuergesetz, § 23
- Vesty: AGB, So funktioniert Vesty, Käuferschutz
Titelbild: Foto: Meanwell Packaging, CC BY 2.0 (Quelle), zugeschnitten. Die Nachweise der weiteren Fotos stehen unter den Bildern.
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